Herbert F. (48), Hamburg:
Als meine Mutter nach dem Schlaganfall und anschließender Rehabilitation wieder in ihre Wohnung kam, war vieles anders geworden. Sie war in ihrer Mobilität so stark eingeschränkt, dass sie viele Dinge nicht mehr ohne Unterstützung erledigen konnte.
Meine Frau und ich haben in dieser Zeit abwechselnd nach ihr gesehen und so gut es ging für sie gesorgt. Aber der Beruf, unsere Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern und die Pflege der Mutter waren auf die Dauer zu viel für uns. Am Ende sind wir den Verpflichtungen nur noch hinterher gehetzt.
Dann haben wir angefangen, nach bezahlbaren Pflegeangeboten zu suchen und sind auf die 24-Stunden-Pflege der Pflegeagentur gestoßen. Eine Unterbringung in einem Heim kam dabei für uns überhaupt nicht in Frage. Die Fachleute haben uns dann sehr gut beraten und uns eine Pflegekraft vermittelt, die nun mit großer Fürsorge und Herzlichkeit für meine Mutter sorgt.
Die Dame ist Mitte 50 und kommt aus Polen. Sie hat dort, wie sie selbst erzählt, keine Aussichten auf einen Job. Ihre eigenen Kinder sind bereits aus dem Haus und ihr Mann verdingt sich als Erntehelfer. Deshalb ist der Pflegejob in Deutschland für sie eine willkommene Möglichkeit, Geld zu verdienen und ihren Lebensstandard in Polen zu verbessern. Ihre Arbeitszeit ist klar geregelt, aber dadurch, dass wir ihr Kost und Logis in der Wohnung meiner Mutter bieten können, steht sie auch für Notfälle immer zur Verfügung.
Und das Beste ist, die beiden verstehen sich gut. Sie machen ausgedehnte Spaziergänge mit meiner Mutter im Rollstuhl und gehen ins Cafe oder Einkaufen. Das Besondere daran ist die menschliche Komponente. Und auch wir fühlen uns gut, weil wir sehen, dass es meiner Mutter gut geht und ihre Pflegekraft zu einer Freundin geworden ist, die Spaß an der Aufgabe hat und einen Verdienst erzielt, der in ihrer Heimat so nicht möglich wäre.
Annemarie S. (79), Karlsruhe:
Ich wohne seit über 30 Jahren in meiner Wohnung und fühle mich hier sehr wohl. Seit meiner zweiten Hüftgelenksoperation bin ich aber nicht mehr so beweglich, um alles alleine zu erledigen. Meine Kinder leben mit ihren Familien in Norddeutschland. Und meine Bekannten hier im Viertel sind teilweise selbst auf Hilfe angewiesen.
Da hatte mir der junge Mann von Essen auf Rädern die Telefonnummer der Pflegeagentur gegeben wegen der 24-Stunden-Pflege. Ich brauchte ja nur jemand, der mir bei einigen täglichen Arbeiten und Besorgungen hilft. Aber jetzt habe ich eine Haushaltshilfe aus Polen, die auch hier wohnt. Platz habe ich ja genug.
Anfangs habe ich gedacht, wie das wohl mit einer fremden Person im Haus wird. Aber D. ist sehr umsichtig und rücksichtsvoll und wir haben uns schnell angefreundet. Jetzt machen wir auch viele Dinge zusammen, die gar nicht zu ihren Aufgaben gehören. Also zusammen Fernsehen. Oder ich lese ihr etwas vor, weil sie ihre Deutschkenntnisse noch verbessern will. Letztens waren wir sogar zusammen im Kino. Also, ich bin sehr froh über diese Möglichkeit, denn so kann ich ohne Probleme in meiner gewohnten Umgebung bleiben.