23.02.07

Die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes

Pflege in Heimen in Deutschland immer teurer

WIESBADEN - Nach der aktuellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes waren Ende 2005 in der höchsten Pflegeklasse (III) für vollstationäre Pflege und Unterbringung im Mittel monatlich 2.706 Euro an das Pflegeheim zu entrichten. In der Pflegeklasse II betrug der durchschnittliche monatliche Vergütungssatz 2.280 Euro und in der Pflegeklasse I 1.854 Euro.

Die Vergütung der Heime ist in allen neuen Ländern unterdurchschnittlich: Die geringste Vergütung für Pflege, Unterkunft und Verpflegung in der Pflegeklasse III errechnet sich für Sachsen und Sachsen-Anhalt mit monatlich 2.250 Euro.

Die höchsten Heimkosten in der Pflegeklasse III sind in Nordrhein-Westfalen (3.101 Euro) und Hamburg (3.010 Euro) zu entrichten. Die monatliche Vergütung für Pflegeheime wird seit 1999 alle zwei Jahre ermittelt. Die aktuellen Daten wurden zum Stichtag 15. Dezember 2005 erhoben und berechnen sich einheitlich aus 30,4 Tagessätzen.

Zusätzlich zu den Ausgaben für Pflege, Unterkunft und Verpflegung können weitere Ausgaben für die Bewohner/-innen, insbesondere für gesondert berechenbare Investitionsaufwendungen, entstehen. Diese werden in der Pflegestatistik allerdings nicht erfasst. Nach den Ergebnissen der Repräsentativerhebung "Hilfe- und Pflegebedürftige in Alteneinrichtungen 2005" wurden in 89% der Heime zusätzliche Investitionskosten im Schnitt von 376 Euro (399 Euro in den alten und 244 Euro in den neuen Bundesländern) den Pflegebedürftigen in Rechnung gestellt (die Repräsentativerhebung wurde von TNS-Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt).

Die Pflegeversicherung zahlt für vollstationäre Dauerpflege bundesweit zurzeit monatlich in der Pflegestufe III (ohne Härtefallregelungen) 1.432 Euro, in der Pflegestufe II 1.279 Euro und in der Pflegestufe I 1.023 Euro. Zur Finanzierung der darüber hinausgehenden Pflegeheimkosten müssen die Pflegebedürftigen eigene finanzielle Mittel aufwenden oder auf Sozialleistungen, wie die Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe, zurückgreifen.

Quelle : www.destatis.de | Statistisches Bundesamt


Weiter Trend zur Pflege in Heimen und Ambulanten Diensten

WIESBADEN - Im Dezember 2005 waren 2,13 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes rund 52 000 oder 2,5% mehr als 2003 und 112 000 beziehungsweise 5,6% mehr als bei der ersten Durchführung der Erhebung im Jahr 1999.

Die Mehrheit (82%) der Pflegebedürftigen war 65 Jahre und älter; ein Drittel (33%) 85 Jahre und älter. 68% der Pflegebedürftigen waren Frauen.

Mehr als zwei Drittel (68% oder 1,45 Millionen) der Pflegebedürftigen wurden im Dezember 2005 zu Hause versorgt. Davon erhielten 980 000 Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld, das bedeutet, sie wurden in der Regel zu Hause allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 472 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten. Bei ihnen erfolgte die Pflege jedoch zum Teil oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. 677 000 (32%) Pflegebedürftige wurden in Pflegeheimen betreut.

Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich weiter ein Trend hin zur professionellen Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten: So ist gegenüber 2003 die Zahl der in Heimen betreuten Pflegebedürftigen um 5,7% (+ 36 000) und die durch ambulante Dienste Versorgten um 4,8% (+ 21 000) gestiegen, während die Pflege durch Angehörige beziehungsweise die "reinen" Pflegegeldempfänger um 0,6% (– 6 000) abnahm. Im Vergleich zu 1999 beträgt der Anstieg in den Heimen 18,0% (+ 103 000 Pflegebedürftige), bei den ambulanten Pflegediensten 13,5% (+ 56 000) und der Rückgang bei den Pflegegeldempfängern 4,6% (– 47 000). Durch diese Entwicklung sank auch der Anteil der zu Hause Versorgten von 72% im Jahr 1999 über 69% (2003) auf nun 68% aller Pflegebedürftigen

Diese und weitere Angaben – insbesondere auch über die Pflegeheime und die ambulanten Pflegedienste einschließlich des Personals – enthält der heute veröffentlichte Bericht zur "Pflegestatistik 2005 – Deutschlandergebnisse". Der Bericht ist kostenlos im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes abrufbar.

Quelle : www.destatis.de | Statistisches Bundesamt



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